Werk
Tobias Kern, Gründer
Nummer 1.000 hat das Werk verlassen
Dreieinhalb Jahre, 14 Menschen, sechs Motorräder pro Woche. Was sich seit der ersten Serie geändert hat und was die ersten 1.000 Garantiefälle zeigen.

Am 9. Juli um 15:40 Uhr ist der Typ 1 mit der Rahmennummer KW1-1000 aus dem Tor gerollt. Gebaut hat ihn Sanja Petrović, in 30 Stunden und 20 Minuten, also etwas schneller als der Durchschnitt. Abgeholt hat ihn ein Zahnarzt aus Ulm, der schon die Nummer 0012 fährt.
Tausend Motorräder sind für einen großen Hersteller eine halbe Schicht. Für uns sind es dreieinhalb Jahre.
Wie es angefangen hat
2019 waren wir zu dritt in einer gemieteten Halle in Esslingen-Mettingen. Der erste Prototyp hatte einen Motor aus einem Industriegenerator und einen Rahmen, den wir auf einer Spanplatte geschweißt haben. Er fuhr, aber nicht weit.
2023 haben wir die ersten 40 Motorräder ausgeliefert. Jedes davon haben die drei Gründer selbst gebaut, und jedes hatte irgendeine Kinderkrankheit. Die meisten Besitzer der ersten Serie kennen wir mit Vornamen, weil wir bei ihnen in der Garage standen.
Was sich geändert hat
Heute arbeiten 14 Menschen bei Kurbelwerk, sieben davon in der Montage. Wir bauen etwa 300 Motorräder im Jahr, sechs pro Woche. Mehr wird es nicht werden, solange jedes Motorrad von einer Person gebaut wird. Das haben wir so entschieden, und dabei bleibt es.
Geändert haben sich Dinge, die man von außen nicht sieht:
Der Kabelbaum ist seit Nummer 0420 beschriftet. Jeder Stecker trägt die Nummer aus dem Schaltplan.
Der Prüfstand misst seit Nummer 0610 jeden Motor 20 Minuten lang, bevor er ins Fahrwerk kommt.
Das Prüfprotokoll hat inzwischen 86 Punkte statt 31. Eine Kopie bekommen Sie zum Motorrad.
Was wir gelernt haben
Die meisten Garantiefälle der ersten 1.000 Motorräder betrafen nicht den Motor, sondern Kleinigkeiten: zwei undichte Tankdeckel, ein Dutzend lockere Spiegel, eine Serie schlecht verzinkter Schrauben am Kennzeichenhalter. Alles Teile, die wir zukaufen. Wir prüfen Zukaufteile seither stichprobenartig, bevor sie ins Lager gehen.
Bei den Motoren hatten wir bisher drei Schäden, alle in den ersten 2.000 Kilometern, alle durch einen Fehler beim Einbau der Ölpumpe. Seit Nummer 0350 gibt es dafür eine Lehre, und der Fehler ist nicht mehr aufgetreten.
Wie es weitergeht
Die Nummer 1.000 bleibt nicht in der Ausstellung. Der Besitzer fährt sie, und das ist richtig so. Wir haben ihn gebeten, uns nach 50.000 Kilometern zu besuchen. Dann zerlegen wir den Motor, vermessen jedes Teil und schreiben hier auf, was wir gefunden haben.
Bis dahin bauen wir weiter, sechs pro Woche. Wer zusehen will: Jeden ersten Samstag im Monat ist die Werkstatt von 10 bis 14 Uhr offen. Eine Anmeldung brauchen Sie nicht.